Vorstand Christian Brüderl konnte im vollbesetzten Vereinsheim besonders 1. Bürgermeister Valentin Reichenberger und seine Stellvertreter Heinz Bender und Franz Geigl begrüßen. Ebenso grüßte er Gebietsvertreter Christian Hinterstoißer sowie alle Vertreter der Ortsvereine. Beim Totengedenken wurde der verstorbenen Vereinsmitglieder Erna Hogger, Mathäus Koch und der kürzlich verstorbenen Spenzerfrau Anna Graßmann gedacht.

Die Satzungsänderung stand am Beginn der Tagesordnung. Im Vorfeld hatten sich Walter Pfannerstill, Josef Gruber sen., Anton Edfelder sen. und Wolfgang Helminger mit dem Entwurf der neuen Satzung befasst. Für diese aufwendige Arbeit dankte Vorstand Christian Brüderl. In der Versammlung stellte Walter Pfannerstill die Satzung der Mitgliederversammlung vor. Nachdem keine bedeutenden Einwände vorgebracht wurden, tritt die neue Satzung mit großer Zustimmung in Kraft.

Vorstand Christian Brüderl ließ in seinem Bericht das Vereinsgeschehen seit der Herbstversammlung Revue passieren. Er erzählte vom 3-tägigen Vereinsausflug an den Bodensee. Besonders dankte er Alois Berger und Christian Kleinert für die Organisation. Der Ausflug fand zusammen mit der Krieger- und Soldatenkameradschaft Piding statt. Bei herrlichem Wetter und sehr gut organisiertem Programm war es für alle 80 Teilnehmer ein besonders schöner und beeindruckender Ausflug.

Nach dem detaillierten Kassenbericht von Christian Kleinert gab Jugendleiterin Lisa Weber bekannt, dass sie nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung stehen werde. Sie bedankte sich bei allen, die sie während ihrer langen Tätigkeit unterstützten, besonders bei den Eltern und Jugendlichen. Es war eine sehr schöne Aufgabe, verbunden mit viel Freude. Sie wünschte ihren Nachfolgern eine glückliche Hand und ebenso viel Spaß.

Nach den Berichten der übrigen Ausschussmitglieder folgten die Neuwahlen. Bürgermeister Valentin Reichenberger übernahm die Wahlleitung. Nachdem die Vorstandschaft einstimmig von der Versammlung entlastet wurde, war es laut neuer Satzung erstmals möglich, die Neuwahlen per Akklamation zügig durchzuführen. Zum 1. Vorstand wurde einstimmig Christian Brüderl wiedergewählt. Neuer 2. Vorstand wurde Josef Gruber sen. In ihren Ämtern bestätigt wurden 1. Kassier Christian Kleinert, 2. Kassier Wolfgang Helminger, 1. Schriftführerin Annemarie Haiker und 2. Schriftführer Fritz Scheerer. Zum neuen 1. Jugendleiter wurde Max Schweikart und zur 2. Jugendleiterin Anna Maria Utz gewählt. Neuer 1. Fähnrich ist Michi Brüderl. Der langjährige Fähnrich Walter Pfannerstill wird ihm als sein Stellvertreter noch zur Seite stehen. In den Ämtern bestätigt wurden auch Spenzerfrauenvertreterin Marille Weidenauer, Vereinsheimwirt Heini Helminger und Zeugwart Anna Enzensberger. Die Kassenprüfung übernehmen künftig Sepp Willberger sen. und Hans Enzensberger. Von der aktiven Gruppe wurden zum 1. Vorplattler Sepp Willberger, 2. Vorplattler Sepp Gruber jun., 1. Vortänzerin Regina Willberger, 2. Vortänzerin Anne Haiker gewählt. Auch die Schnalzer wählten bereits zu ihrem Vertreter Andreas Helminger.

Bürgermeister Valentin Reichenberger dankte den Gewählten für die Übernahme ihre Ämter. Besonders hob er die Arbeit von Vorstand Christian Brüderl hervor, der mit ganzem Herzen und Einsatz für den Verein tätig ist. Er wünschte allen eine glückliche Hand und viel Glück bei ihren Aufgaben.

Vorstand Brüderl dankte Hans Utz für dessen langjährige Tätigkeit im Vereinsausschuss sowie Lisa Weber für ihren Einsatz in der Jugendarbeit. Eine entsprechende Würdigung ihrer Leistungen werde beim Jahrtag erfolgen. Brüderl freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Vorstandschaft, gab aber auch bekannt, dass dies seine letzte Amtsperiode als Vorstand sein wird. In zwei Jahren müsse der Wechsel im Verein vollständig vollzogen sein, da es dann wirklich an der Zeit ist, den Jungen diese Aufgaben zu überlassen.

Ein weiterer wichtiger Gesprächspunkt in der Versammlung war der Erwerb des Hauses der Bayerischen Trachtenkultur. Brüderl berichtete, dass in der Gebietssitzung der Vorstände klar zum Ausdruck kam, dass die Finanzierung dieses Projektes in keiner Weise gesichert sei. Auch die mangelnde Information der Vereine wurde angesprochen.

Gebietsvertreter Christian Hinterstoißer erhielt Gelegenheit, dieses Projekt vorzustellen. Er lobte dieses Vorhaben als einmalige Gelegenheit für die Trachtenbewegung für die Zukunft.Es sei ein modernst eingerichtetes Gebäude, das die Trachtenbewegung in den nächsten Jahren prägen wird und mit dem standesgemäß repräsentiert werden könne. Von der Regierung werde in den nächsten Jahren verlangt, dass Jugendleiter, wie im Sport, eine Ausbildung absolvieren müssen, damit Jugendleiterzuschüsse ausgezahlt werden können. Diese Schulungen sollen im Haus der Bayer. Trachtenkultur abgehalten werden. Außer den Seminarräumen wird ein Archiv sowie die Geschäftsstelle des Bayerischen Trachtenverbandes eingerichtet sein. Ebenfalls soll dort eine Jugendherberge entstehen, in der Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden. Die Nutzung der Seminarräume und Jugendherberge soll auch anderen Vereinen usw. gegen Gebühr ermöglicht werden. Zur Verwaltung sollen jetzt noch Halbtagskräfte, später aber evtl. sogar ein Manager eingestellt werden. Hinterstoißer räumte ein, dass mit dem Kauf und Umbau des alten Pfarrhofes ein enormer Finanzierungsaufwand zu bewältigen sei. Bei der Planung der Maßnahme ging man davon aus, dass mit Zuschüssen vom Staat und den Mitgliedsbeiträgen des gegründeten Fördervereins die Kosten getragen werden können. Nun sieht es so aus, dass noch eine Restschuld von ca. 1 Million Euro aufzubringen sei. Von der Bayerischen Staatsregierung sei eine Frist von 5 Jahren gesetzt worden. Bis dahin müsse die Finanzierung gesichert und die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Um dies bewältigen zu können, wird man nun pro Verein im Bayerischen Trachtenverband 1,-- € pro Mitglied als Anschubfinanzierung bis 2012 einziehen. Für die Unterhaltskosten von jährlich ca. 200.000,-- € ist aber nicht auszuschließen, dass aus der Anschubfinanzierung eine bleibende Abgabe wird.

Hinterstoißer warb ausdrücklich für dieses Projekt. Bei der Delegiertenversammlung im Sommer werden die Vorstände darüber abstimmen, ob der Gauverband I bei der Sitzung des Bayerischen Trachtenverbandes für oder gegen ein Haus der Bayerischen Trachtenkultur stimmen wird. Trotz zahlreicher Einwände und Bedenken aus der Versammlung bat Hinterstoißer um Unterstützung.

Vorstand Brüderl beendete die kontrovers geführte Diskussion um dieses Projekt. Mit der Bekanntgabe der Termine in den nächsten Wochen und der Bitte um tatkräftige Unterstützung der neuen Vereinsvorstandschaft schloss er die Versammlung mit dem Spruch: „Treu der Heimat, treu dem guten alten Brauch.“


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